ᐅ Marokko: Reifen fressende Piste über den Tizi n’Tazazert im Jbel Sarhro

165 km Piste von Tinerhir/Tinghir am Ausgang der Todra-Schlucht über den Pass Tizi n’Tazazert (2.200 m) ins Draa-Tal.

Wieder eine Nacht im Zelt neben der KTM: Tinerhir/Marokko

Wieder eine Nacht im Zelt neben der KTM: Tinghir/Marokko

In der Nacht hörten wir zu unserer Freude nicht nur das Rauschen des kleinen Bächleins am Zelt, sondern vor Sonnenaufgang auch die inbrünstigen Rufe der verschiedenen Muezzins. Dennoch schliefen wir bis 7:30 Uhr und fingen erst an zu frühstücken, als die Sonne durch die Palmen lugte. Dann packten wir zusammen und fuhren um 10:00 Uhr los. In Tinerhir tankten wir noch und fanden dann auch gleich die Piste in den Jbel Sahro.

Einstieg in die Piste von Tinghir zum Jbel Sarho

Piste von Tinerhir zum Jbel Sarhro

Piste von Tinghir zum Jbel Sarhro

Bald wird wohl auch dieser Abschnitt asphaltiert sein. Die Maschinen und das Planum waren jedenfalls schon da. Zwischenzeitlich haben wir uns ein wenig verfahren und mussten querfeldein zur richtigen Piste übersetzen.

Mit der KTM 690 Enduro R querfeldein auf dem Jbel Sarhro

Mit der KTM 690 Enduro R querfeldein auf dem Jbel Sarhro

Ansonsten war die Strecke recht gut zu fahren. Bis auf ein paar Sträucher gab es auch kaum Vegetation und kein Wasser.

Mit der KTM 690 Enduro R durch den trockenen Jbel Sarhro, Marokko

Mit der KTM 690 Enduro R durch den trockenen Jbel Sarhro, Marokko

Reifendemontage und Schlauchwechsel an der KTM

Nach 60 km Piste hatte unsere KTM 690 Enduro R hinten leider einen Platten. Zum Glück hatte ich das Reifenwechseln ja schon zu Hause ganz unfreiwillig ausgiebig geübt, sodass ich nicht nur das passende Werkzeug, sondern auch das passende Know-how hatte.

Plattfuß an der KTM 690 Enduro R: Rad raus, Reifen runter, Schlauch wechseln. Jbel Sarhro, Marokko

Plattfuß an der KTM 690 Enduro R: Rad raus, Reifen runter, Schlauch wechseln. Jbel Sarhro, Marokko

Das Rad rausmachen geht eigentlich immer ziemlich leicht. Vorausgesetzt natürlich, man hat die 32er Nuss nicht vergessen. Mit einer 10er Nuss werden anschließend die Reifenhalter gelöst, aber möglichst nicht demontiert. Die Dinger sind zwar bei der Demontage mehr als störend, sichern aber den Reifen auch bei einem Plattfuß auf der Felge.

Demontage der Reifen am Hinterrad der KTM 690: Reifenhalter lösen

Demontage der Reifen am Hinterrad der KTM 690: Reifenhalter lösen

Es ist jedenfalls eine ganz schöne Fummelei mit diesen Reifenhaltern. Aber dafür war der im heimischen Winter bocksteife Desert Race wenigstens schön warm und gut durchgewalkt. Mit den 3 langen Argumenten aus CrV ging der Mantel auch recht geschmeidig runter.

Das hat man davon, wenn man ohne Handschuhe Enduro fährt...

Das hat man davon, wenn man ohne Handschuhe Enduro fährt…

Sinnvoll ist natürlich, einen Ersatzschlauch dabei zu haben. Und auf penible Sauberkeit zu achten. Der feine Sand ist zwar fast so anschmiegsam und porenschließend wie Talkum. Aber eben nur fast.

Montage des neuen Schlauchs in den Michelin Desert Race

Montage des neuen Schlauchs in den Michelin Desert Race

Mitten im schönsten Basteln hielt ein LKW an und bot uns Hilfe an, die wir aber zum Glück nicht brauchten. Nebenbei hat T* gleich noch eine leckere Pilzsuppe gekocht. Auch sonst hat alles funktioniert, sodass wir mit neuem Schlauch schon bald wieder auf die Piste gehen konnten.

LKW Mitsubishi Fighter ohne Allrad: Standardtransportmittel in Marokko

LKW Mitsubishi Fighter ohne Allrad: Standardtransportmittel in Marokko

Tizi n’Tazazert – Passstraße im Jbel Sarho

Der Weg bis zum Pass Tizi-n’Tazazert (2.200 m) wurde dann auch immer steiler und steiniger, war aber ohne Probleme fahrbar.

Mit der KTM von der Nordseite zum Pass Tizi n'Tazazert (2.200 m) im Jbel Sarho, Marokko

Mit der KTM von der Nordseite zum Pass Tizi n’Tazazert (2.200 m) im Jbel Sarho, Marokko

Die Abfahrt vom Tizi n’Tazazert gestaltete sich dann etwas anspruchsvoller, da die Piste recht felsig, steinig und eng war. Aber mit einer Enduro im Prinzip unproblematisch. Nur für LKW’s war oft ziemlich wenig Platz zwischen Felsen und Abhang.

Die steile und enge Südabfahrt vom Pass Tizi n'Tazazert (2.200 m) im Jbel Sarho, Marokko

Die steile und enge Südabfahrt vom Pass Tizi n’Tazazert (2.200 m) im Jbel Sarho, Marokko

Obstgärten im Ait Slilo bei Nekob

Im Tal südlich des Tizi n’Tazazert wurden wir aber mit einer Fahrt durch herrlichst blühende Obstgärten entschädigt.

Blühendde Obstgärten im Ait Slilo bei Nekob, Jbel Sarho, Marokko

Blühende Obstgärten im Ait Slilo bei Nekob, Jbel Sarho, Marokko

Schließlich luden uns noch zwei Männer, die ich mit Bedacht nach dem Weg gefragt hatte, wie erwartet auch gleich zum Tee in ihr Haus ein. So konnte ich meiner Reisegruppe im Rahmen des touristischen Begleitprogramms wieder einmal einen Einblick in die Gastfreundschaft, Lebensweise und vor allem in die Teezubereitung der marokkanischen Berber bieten.

Gastfreundliche Berber im Ait Slilo bei Nekob, Jbel Sarho, Marokko

Gastfreundliche Berber im Ait Slilo bei Nekob, Jbel Sarho, Marokko

Das Draa-Tal

Dennoch haben wir das Haus unter einem Vorwand wieder verlassen, um nicht für den Tod eines Hammels verantwortlich zu sein. Eigentlich sollten wir nämlich noch (mindestens einmal) richtig essen und übernachten. Wir waren jedenfalls sehr voneinander angetan und haben uns noch lange zugewunken. Danach wurde auch die Piste gleich viel besser und mündete in Nekob in eine Asphaltstraße, auf der wir noch bis zum Draatal fuhren.

Abendliche Fahrt durch das nördliche Draa-Tal

Abendliche Fahrt durch das nördliche Draa-Tal

Mit Sonnenuntergang fanden wir einen Zeltplatz an einer Herberge hoch über dem Draatal. Wir tranken auf der Terrasse im Dunkeln noch Tee und eine Cola und krochen dann glücklich in unser Zelt.

Abend im Draa-Tal bei Jbel Azlag, Marokko

Abend im Draa-Tal bei Jbel Azlag, Marokko

Tizi n’Tazazert: Reisetipps

Von Tinerhir führt eine Piste südwärts durch das einsame Gebirge Jbel Sarhro (auch Jebel Sarhro oder Djebel Sarhro). Höhepunkt sind die Pisten um den Tizi n’Tazazert (2.200 m), vor allem die extrem engen, steinigen Serpentinen mit zahlreichen Absätzen und Geröllstrecken auf der Südseite. Der Pass ist im Norden leicht, im Süden schwierig, sollte aber auch für BMW R 1200 GS, Land Rover u.ä. kein Problem sein.

Der Pass ist von der Nordseite her eigentlich mit fast jedem nicht zu breiten Fahrzeug zu befahren. Ob die Strecke für LKW’s geeignet ist, kann ich nicht beurteilen – es gab schon sehr schmale Stellen. Auf der Südseite kommen alle runter, auch über die teilweise recht hohen Felsstufen. Von Süd nach Nord sieht das anders aus, da braucht es wirkliche Kletterfähigkeiten.

Paradiesisch sind die Gärten nördlich von Nekob. Von Nekob ins Draa-Tal führt eine gute Asphaltstraße.

Strecke: Ait-Ouaritane – Tinerhir – Merouane – Ikniouln – Tizi-n’Tazazert – Ait Slilo – Nekob – Imi-n’kern – Tansikht – El Had – Oulad-Atmane – Igdaoun – Tin-Zoulin – Akhellouf – Qsebt-er-Rommad – Jbel Azlag (165 km)

Link zum GPS-Track (rechte Maustaste, speichern unter…)

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