ᐅ Aufbaulagerung: Vorgaben der Aufbaurichtlinien von Mercedes

Grundlage für die Befestigung eines Koffers (Sandwichkoffers, Kühlkoffers oder auch Möbelkoffers) oder Shelters (z. B. eines Zeppelin FM 2 oder Dornier-Shelters der Bundeswehr) auf dem LKW-Fahrgestell sind die Aufbaurichtlinien des LKW-Herstellers, hier von Mercedes. Auch wenn die meisten Aufbaurichtlinien eher für Kipper, Pritschen und leere Koffer ausgelegt sind, gelten die Grundsätze doch auch für Expeditionsmobile.

Also wie soll man nun die Kofferlagerung oder Montage eines Shelters gemäß den Aufbaurichtlinien und TÜV- bzw. DEKRA-gerecht auf diesem leeren LKW-Fahrgestell realisieren?

MB 1124 AF: Wie kommt hier ein Koffer oder Shelter gemäß Aufbaurichtlinien drauf?

MB 1124 AF: Wie kommt hier ein Koffer oder Shelter gemäß Aufbaurichtlinien drauf?

Befestigung des Montagerahmens gemäß Aufbaurichtlinien (ARL) für Mercedes LK

„Der Montagerahmen kann entfallen, wenn die Bodengruppe des Koffers die Funktion dieses Hilfsrahmens übernehmen kann“ (ARL 1996, S. 95). Der Begriff Montagerahmen wird meist synonym zum Hilfsrahmen oder Zwischenrahmen verwendet. Der Hilfsrahmen war bei mir erforderlich, um die Trennung des Aufbaus vom Fahrgestell zu verbessern und mehr Platz  zwischen Reifen und Koffer zu schaffen.

Für die Fixierung des Montagerahmens müssen die Längsträger in Quer- und Längsrichtung fixiert werden. Nach der Aufbaurichtlinie von Mercedes ist die Längsfixierung durch einfache Verschraubung von Montagerahmen, Fahrzeugrahmen und Schlussquerträger (gemäß ARL jedoch fälschlicherweise nur im Obergurt!) vorgesehen. Zur Querfixierung wird eine Führungsplatte vorgegeben (ARL 1996, S. 97).

Ansonsten sagen die Aufbaurichtlinien 1996 nicht viel zur verwindungsarmen Lagerung eines Koffers.

Notwendigkeit eines Montagerahmens / Hilfsrahmens

Eine Frage ist, ob und wann auf einen Montagerahmen überhaupt verzichtet werden kann. Diese Frage war vor allem bei meinem Koffer mit einem bereits in den Unterbau integrierten Montagerahmen mit einer Wippe wichtig. Um die Frage zu beantworten, hilft ein Blick in die für meinen Mercedes 1124 (LK, also vor allem die MB 814, 914, 917, 1117, 1120 und 1124) maßgebliche Aufbaurichtlinie aus 1996, aus der ich nachfolgend zitiere:

„Für eine einwandfreie Verbindung zwischen Fahrgestell und Aufbau ist für alle Aufbauten ein Montagerahmen oder ein Unterbau, der die Funktion des Montagerahmens übernimmt, erforderlich (ausgenommen selbsttragende Aufbauten und Montagerahmen als Bodengruppe)“. (S. 88)

„Durchgehende Montagerahmen sind erforderlich bei Aufbauten mit hohem Schwerpunkt, starker Punktbelastung, – einseitiger Belastung, Überbauung des Fahrerhauses.“ (S. 92)

„Ein Montagerahmen mit durchgehenden Längsträgern ist nicht erforderlich, wenn die Bodengruppe des Aufbaus die Funktion des Montagerahmens übernehmen kann.“ (S. 96)

„Bei Kasten- oder Kofferaufbauten in selbsttragender Ausführung ist ein Montagerahmen mit durchgehenden Längsträgern nicht erforderlich, wenn Querträger mit einem maximalen Abstand von 600 mm montiert sind. Im Bereich der Hinterachse kann der maximale Abstand von 600 mm überschritten werden.“ (S. 104)

Entscheidung für einen Zwischenrahmen

Obwohl ich gern darauf verzichtet hätte, ist bei mir gemäß den Aufbaurichtlinien ein Montagerahmen vor allem deswegen erforderlich, weil der Abstand zwischen Koffer und Reifen zu gering und auch der Abstand zwischen den Quertraversen zu groß war. Im nächsten Beitrag geht es weiter zu den Konstruktionsgrundlagen für einen Zwischenrahmen.

Alle Beiträge zum Zwischenrahmen am MB 1124 AF

1. Kofferlagerung im Bestand
2. Analyse der Aufbaurichtlinien
3. Grundlagen für die Planung des Zwischenrahmens
4. Messung der Verwindung und Bestimmung der Federwege
5. Konstruktion und Bau des Hilfsrahmens
6. Erfahrungen mit dem Zwischenrahmen und Verbesserungsmöglichkeiten

Käufer neuer oder gebrauchter Expeditionsmobile sollten sich zudem damit befassen, wie man Fehler der Aufbaulagerung erkennt.

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